Wohnungsnot: Lösung Untervermietung?

Untervermietung
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Wohnungsnot und steigende Mieten: Untervermietung

Steigende Mieten und Wohnungsnot? - Da könnte Mieter doch untervermieten...
In Zeiten von knappem Wohnraum und steigenden Mieten denken nicht wenige Mieter über die Untervermietung der eigenen Wohnung nach, um sich ein wenig zu refinanzieren. Aber es gibt einiges zu beachten! Es tauchen sehr schnell viele Fragen auf, die sofern nicht essentiell gelöst, das Mietverhältnis schnell belasten oder sogar - einseitig - beenden lassen.
Grundlage
Kann der Vermieter die Untervermietung der angemieteten Wohnung grundsätzlich ausschließen oder kann grundsätzlich ein Untermietzuschlag verlangt werden? Beide Fragen sind schnell beantwortet: Nein - das kann er nicht! Denn: Sobald der Mieter ein berechtigtes Interesse für einer Untervermietung hat - und das können vielfältige Gründe, wie z. B. dass der Mieter auf diese Weise seine Kosten für die Wohnung reduzieren will - kann er einen Untermieter in seine Wohnung aufnehmen.
Verweigern kann der Vermieter die Untermiete nur aus wichtigen Gründen, wie das BGB erläutert - und diese liegen im Normalfall nicht vor. Einen Untermietzuschlag kann der Vermieter ausschließlich auch nur dann verlangen, wenn die Überlassung der Untervermietung nur bei einer angemessenen Erhöhung der Miete zuzumuten ist. Und hierzu bedarf es schon einer sehr guten Begründung des Vermieters !
Achtung bei Sonderfällen
Aber: Anders sieht es aus, wenn der Mieter die Wohnung komplett untervermieten möchte:
Wenn der Mieter seine Wohnung komplett untervermieten möchte, dann braucht er die Erlaubnis des Vermieters. Nach dem Gesetz darf der Vermieter seine Erlaubnis von einer Mieterhöhung in Form eines Untermietzuschlags abhängig machen. Allerdings muss hierbei die Untervermietung ohne Mieterhöhung für den Vermieter unzumutbar sein. Das ist dann der Fall, wenn durch die Überlassung der Wohnung an Dritte die Mietsache in erhöhtem Maße abgenutzt wird oder höhere Betriebskosten anfallen.
Und wenn man eine WG gründen möchte?
Im BGB ist in den einschlägigen Mietparagrafen zwar explizite nichts zur Wohngemeinschaft (WG) beschrieben, jedoch: Die Bildung einer Wohngemeinschaft kann zu einer wichtigen Verletzung des Mietvertrages - und damit zu einer Kündigung durch den Vermieter - führen. Der Vermieter kann z. B. die Untervermietung verbieten, wenn dadurch eine Überbelegung der Wohnung erfolgen würde, oder wenn das Untermietverhältnis für den Vermieter eine unzumutbare Belastung darstellt. (Anm.: Hierzu gibt es bereits Gerichtsurteile zugunsten des Vermieters). Sollte der Mieter diese Vorgaben nicht beachten, kann dies einen berechtigten Grund für eine fristlose Kündigung des Mietverhältnis bedeuten.
Tipp: Sollten Sie an die Gründung einer WG denken, so sollten Sie sich für diesen Fall unbedingt die Genehmigung des Vermieters einholen. - Dies gilt im Übrigen auch bei einer geplanten Vermietung an „Touristen“ über Airbnb. Sollten Sie sich nicht sicher sein, fragen Sie im jeweils speziellen Fall den Mieterverein in Ihrer Stadt.
Weiterführende Infos: BGB §553
BGB, § 553 Gestattung der Gebrauchsüberlassung an Dritte
(1) Entsteht für den Mieter nach Abschluss des Mietvertrags ein berechtigtes Interesse, einen Teil des Wohnraums einem Dritten zum Gebrauch zu überlassen, so kann er von dem Vermieter die Erlaubnis hierzu verlangen. Dies gilt nicht, wenn in der Person des Dritten ein wichtiger Grund vorliegt, der Wohnraum übermäßig belegt würde oder dem Vermieter die Überlassung aus sonstigen Gründen nicht zugemutet werden kann.
(2) Ist dem Vermieter die Überlassung nur bei einer angemessenen Erhöhung der Miete zuzumuten, so kann er die Erlaubnis davon abhängig machen, dass der Mieter sich mit einer solchen Erhöhung einverstanden erklärt.
(3) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Hinweis: Informationen auf dieser Webseite sind allgemeiner Art und stellen keine Rechtsberatung dar.  - siehe Disclaimer - 


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