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Facility ManagementGanzheitliches Management rund um Gebäude
Stehen auch Sie im verschärften Wettbewerb?
Haben Sie alle Rationalisierungsreserven im Leistungsprozeß/Kernbereich mobilisiert? Wird die Infrastruktur zumeist “selbstverständlich” genutzt?
Bei diesen Fragestellungen bietet sich der Unternehmensführungsansatz an, der sich nicht nur auf das Kerngeschäft fokussiert: das “ Facility Management”.
Was ist Facility Management?
Für das Facility Management gibt es bisher in Deutschland keine eindeutige Definition. Der Deutsche Verband für Facility Management e.V. (GEFMA) versucht, dieses Vakuum durch Richtlinien auszufüllen.
Danach ist Facility Management “die Betrachtung, Analyse und Optimierung aller kostenrelevanten Vorgänge rund um ein Gebäude, ein anderes bauliches Objekt oder eine im Unternehmen erbrachte (Dienst-) Leistung, die nicht zum
Kerngeschäft gehört”. Dieser Ansatz lehnt sich sehr stark an Immobilien an und weist erhebliche Gemeinsamkeiten mit dem bekannten Gebäudemanagementbegriff auf.
In Erweiterung der bisherigen Praxis umfaßt er darüberhinaus alle Gewerke, die gesamte Wertentwicklung sowie den gesamten Lebenszyklus. Er wendet sich von der bisherigen Sparten-(Bereichs-)
Orientierung hin zu einer Prozeß-(Fluß-) Orientierung. Eine globalere Betrachtung erfolgt auf europäischer Ebene von EuroFM: “Facility Management ist der ganzheitliche,
strategische Rahmen für koordinierte Programme, rund um Gebäude sowie ihre Systeme und Inhalte kontinuierlich bereitzustellen, funktionsfähig zu halten und an die wechselnden organisatorischen Bedürfnisse anzupassen”.
Eine umfassende Begriffsbestimmung erfolgt auf internationaler Ebene von der IFMA: ”Facility Management ist in der Praxis
die Verknüpfung des physischen Arbeitsplatzes mit dem Menschen und dem Arbeitsgebiet der Organisation. Es vereint die Prinzipien von Verwaltung und Architektur sowie Verhaltens- und technischen Wissenschaften”.
Welche Ziele können mit Facility Management verfolgt werden ? Durch konsequente Umsetzung des Facility Management-Ansatzes lassen sich der Nutzen durch die Infrastruktur,
insbesondere der Immobilien, erhöhen und der Aufwand reduzieren. Der Nutzen eines Gebäudes besteht darin, den Menschen, die darin leben und arbeiten, ein Höchstmaß an Schutz und
Wohlbefinden zu geben, ihre Gesundheit zu bewahren und ihnen bestmögliche Arbeitsbedingungen zur Verfügung zu stellen.
Der Aufwand eines Gebäudes ist sein Bedarf an Ressourcen: Zeit (für Planung, Errichtung, Unterhalt, Werterhaltung), Kapital , Menschliche Arbeitskraft, Natur (für Grundstück, Baustoffe, Energie).
Im Vordergrund steht die Erwirtschaftung eines finanziellen Erfolgs, der Rendite und die Erhaltung der Gebrauchs- und Funktionstauglichkeit der Immobilie. Aus der ganzheitlichen Betrachtung aller Aspekte im Lebenszyklus eines
Gebäudesystems und der Nutzung aller Synergien läßt sich ein Mehrwert für Investor und Nutzer schaffen. Der Mehrwert
entsteht qualitativ aus höherer Produktivität des Wertschöpfungs- und Werterhaltungsprozesses und quantitativ durch Kostenreduzierung. Zusätzlich ist eine
flexible Anpassung an die Marktbedürfnisse, die sich in einer klaren Kundenorientierung widerspiegelt, realisierbar.
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten steht die Folgekostenbetrachtung von Investitionsentscheidungen, Gemeinkosteneinsparungen insbesondere durch Schaffung von Kostentransparenz und verursachergerechte Abrechnung
der Kosten, z.B. durch Prozeßkostenrechnung, an erster Stelle. Durch Erkennen von Zusammenhängen und durch gezieltes Controlling (Kennwertermittlung, Benchmarking) lassen sich z.B. bei den Energie- und Instandhaltungskosten die
Betriebskosten senken.Wie läßt sich Facility Management praktisch einführen? Facility Management bedeutet einen interdisziplinären Denkansatz, Lösung komplexer Kommunikationsaufgaben, Teamarbeit, flexible und
dynamische Organisationsstrukturen sowie den Bezug zum gesamten Lebenszyklus.
Damit erfordert Facility Management zuerst ein Umdenken: die bisherige Organisation muß geändert werden; bislang erfüllte Aufgaben müssen anders als bisher erbracht werden.
Für derartige Aufgaben bieten sich regelmäßig fremde Dienstleister (Outsourcing) an. Neben den erforderlichen Überlegungen bezüglich einer hieraus evtl. resultierenden Aufgabe von eigenen Kompetenzen, spielt u.a. auch die
Tatsache eine Rolle, daß es noch wenig professionelles Facility Management-Personal gibt. Für die ganzheitlichen Aufgaben des Facility Management stehen heute in der Praxis noch nicht Generalisten, sondern überwiegend Spezialisten
zur Verfügung. Auch die Vorstellung, nur über den Einsatz von EDV Programmen, Facility Management einführen zu können, mag als Trugschluß enden.
In dieser Situation kann nur eine konsequente Umsetzung - evtl. unter Hinzuziehung von externen Beratern/Dienstleistern – sowie interne und externe Ausbildung und Qualifizierung auf allen Ebenen weiterhelfen.Erhard H. Rossig
Quelle: Wirtschaft im Revier, IHK Bochum |