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Marktanalyse Ferienimmobilien Zeeland

Preise unter Druck, Markt im Wandel: Warum Zeeland zum Qualitätsmarkt wird

Der Ferienimmobilienmarkt in Zeeland befindet sich in einer klaren Umbruchphase. Nach der außergewöhnlichen Boomphase bis 2022 entwickelt sich der Markt zunehmend zu einem differenzierten Qualitätsmarkt. Nicht mehr die bloße Lage oder die Knappheit des Angebots entscheiden über den Verkaufserfolg, sondern die Kombination aus realistischer Preisgestaltung, Objektqualität, Energieeffizienz, Struktur Umfeld, Finanzierungskosten und nachhaltiger Vermietbarkeit.

Kernthese: Nicht Zeeland ist das Risiko – sondern das falsche Objekt zum falschen Preis. Der Markt entscheidet heute weniger nach reiner Knappheit, sondern stärker nach Zukunftsfähigkeit.
+28 %
mehr Angebot in Zeeland laut NVM
−9 %
Preisrückgang in Zeeland laut NVM
84 Tage
Ø Vermarktungszeit NL-weit laut NVM
Kein separater Zeeland-Wert im NVM-Bericht ausgewiesen
Käufermarkt
Entwicklung: erste klare Tendenz in Zeeland laut NVM

OFFIZIELLE NVM-DATEN Was der NVM-Bericht für Zeeland zeigt

Der NVM-Bericht beschreibt keinen einheitlichen Boommarkt mehr, sondern einen Markt mit stark auseinanderlaufenden regionalen Entwicklungen. Landesweit kommt der Markt für Freizeitimmobilien mehr ins Gleichgewicht. Zeeland fällt dabei besonders auf: Das Angebot steigt deutlich, die Preise geben nach und die Transaktionen entwickeln sich schwächer.

  • Angebotsanstieg: In Zeeland steigt das Angebot laut NVM um rund 28 %.
  • Preisdruck: Die Verkaufspreise in Zeeland gehen laut NVM um rund 9 % zurück.
  • Marktverschiebung: Zeeland gehört laut NVM zu den ersten Regionen, in denen sich ein Käufermarkt herausbildet.
  • Längere Vermarktung: Ferienimmobilien benötigen im Durchschnitt deutlich länger bis zum Verkauf als reguläre Wohnimmobilien.
  • Regionale Unterschiede: Die Entwicklung verläuft nicht flächendeckend gleich, sondern hängt stark von Lage, Qualität, Preisniveau und Objektsegment ab.

Chart 1: Marktphasen 2020–2026

Schematische Trenddarstellung: Boomphase, Peak 2022, Korrektur und Übergang zum Qualitätsmarkt. Keine amtliche Preisindexreihe.

MARKTEINORDNUNG Der Wendepunkt: Warum 2022 nicht der Normalzustand war

Die Jahre 2020 bis 2022 waren durch eine außergewöhnliche Sondersituation geprägt. Während der Corona-Zeit stieg der Wunsch nach einem eigenen Rückzugsort, Reisen waren zeitweise eingeschränkt, Kapital suchte Anlagemöglichkeiten und die Bauzinsen lagen auf einem historisch niedrigen Niveau.

In dieser Phase erreichte der Markt für Ferienimmobilien seinen vorläufigen Höhepunkt. Viele Objekte konnten schnell verkauft werden. Teilweise stand weniger die Qualität des einzelnen Objekts im Vordergrund, sondern die reine Verfügbarkeit. In der Praxis konnte in dieser Phase vieles verkauft werden, was überhaupt auf den Markt kam.

Diese Phase stellt jedoch keinen nachhaltigen Marktzustand dar. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert: höhere Hypothekenzinsen, mehr Angebot, steuerliche Unsicherheit, höhere Betriebskosten und eine kritischere Käuferschaft führen zu einer neuen Marktlogik.

EIGENE MARKTBEOBACHTUNG Preisillusionen und strukturelle Vermarktungsprobleme

Aus der aktuellen Marktbeobachtung zeigt sich ein zentrales Problem: Ein Teil der Verkäufer hat die Marktveränderung noch nicht vollständig nachvollzogen und orientiert sich weiterhin an Preisniveaus aus der Boomphase 2022.

Daraus entsteht ein selbstverstärkender Effekt: Neue Verkaufsangebote orientieren sich häufig an bestehenden Angebotspreisen – auch wenn diese bereits deutlich über dem tatsächlich erzielbaren Marktpreis liegen. Dadurch entsteht ein verzerrtes Preisbild im Markt.

Gleichzeitig treffen diese Preisvorstellungen auf ein verändertes Marktumfeld. Das Angebot an Ferienimmobilien ist deutlich gestiegen, während sich die Nachfrage strukturell verändert hat. Höhere Hypothekenzinsen führen zu spürbar gestiegenen Finanzierungskosten und reduzieren die maximal leistbaren Kaufpreise. Parallel dazu hat sich die Rentabilität vieler Objekte verschlechtert – unter anderem durch höhere Betriebskosten, steuerliche Belastungen, höhere Parkkosten und steigende Anforderungen an Vermietung und Auslastung.

Entscheidend ist das Zusammenspiel dieser Faktoren: Ein wachsendes Angebot trifft auf geringere Kaufkraft, kritischere Käufer und sinkende Renditeerwartungen. Diese Kombination führt dazu, dass überhöhte Angebotspreise vom Markt nicht mehr akzeptiert werden.

Die Folge sind überdurchschnittlich lange Vermarktungszeiten. Viele Ferienimmobilien verbleiben über lange Zeiträume im Angebot, teilweise über ein bis zwei Jahre oder länger, ohne verkauft zu werden. Diese Objekte entwickeln sich zu Dauerangeboten, die zunehmend an Attraktivität verlieren und häufig erst nach deutlichen Preisanpassungen wieder Bewegung zeigen.

Unsere Einschätzung: Ohne eine realistische Preisanpassung an das aktuelle Marktumfeld lassen sich viele dieser Objekte nicht erfolgreich veräußern. Der Markt reagiert heute deutlich sensibler auf Preisabweichungen, da Angebot, Finanzierung und Rendite stärker im Gleichgewicht stehen müssen als noch in der Boomphase.

Chart 2: Preisillusion vs. Marktrealität

Schematische Darstellung: Viele Angebotspreise orientieren sich noch an der Boomphase, während realistische Verkaufspreise dem aktuellen Marktumfeld folgen müssen.

Chart 3: Marktmechanik 2026

Schematische Wirkung der wesentlichen Parameter: Angebot, Finanzierungskosten, Rentabilität, Käuferverhalten und Preisdruck.

Das Angebots-Paradoxon in Zeeland

Zeeland bleibt als Ferienregion attraktiv. Genau darin liegt jedoch das Paradoxon: Die Region ist weiterhin begehrt, aber die Zahl vergleichbarer Angebote hat deutlich zugenommen. Käufer haben mehr Auswahl und können stärker vergleichen. Dadurch geraten vor allem Objekte unter Druck, die nicht mehr zeitgemäß sind oder deren Preis nicht zur heutigen Marktrealität passt.

Preise unter Druck, Markt im Wandel: Zeeland wird zum Qualitätsmarkt

Der Ferienimmobilienmarkt in Zeeland befindet sich in einer klaren Umbruchphase. Nach der Boomphase bis 2022 entwickelt sich der Markt zu einem differenzierten Qualitätsmarkt.

+28 % Angebot
NVM Zeeland
-9 % Preise
NVM Zeeland
Käufermarkt
Tendenz
84 Tage
NL-weit laut NVM
kein separater Zeeland-Wert

Marktphasen 2020–2026

Vom Boom zum Wendepunkt

Bis 2022 war der Markt geprägt durch niedrige Zinsen und hohe Nachfrage. Immobilien konnten schnell verkauft werden – unabhängig von Qualität.

Preisillusionen und strukturelle Vermarktungsprobleme

Ein Teil der Verkäufer orientiert sich weiterhin an Preisen aus 2022. Gleichzeitig ist das Angebot stark gestiegen.

Hinzu kommen höhere Hypothekenzinsen und sinkende Rentabilität, wodurch sich die Nachfrage deutlich verändert hat.

Entscheidend ist das Zusammenspiel: Mehr Angebot trifft auf geringere Kaufkraft und niedrigere Renditen.

Die Folge sind lange Vermarktungszeiten – viele Objekte bleiben sogar 1–2 Jahre im Markt.

Fazit: Für viele Objekte werden Preisreduzierungen erforderlich sein - ohne realistische Preise werden viele Objekte nicht verkauft.

Preisillusion vs. Realität

Marktmechanik

Verkaufsdauer vs. Preisrealismus

Je weiter der Angebotspreis über dem realistischen Marktpreis liegt, desto länger dauert die Vermarktung.

Gewinner vs. Verlierer

  • ✔ Neubau, energieeffizient
  • ✖ Altbestand, sanierungsbedürftig

Quellen: NVM + eigene Marktanalyse

Nach eigener Marktbeobachtung Anbieter wie Roompot, Landal, Dormio und Molecaten mit einem riesigen Angebot an Unterkünften den Markt sichtbar verändert.

Marktsegmentierung: Gewinner und Verlierer

Stabile Nachfrage
  • Moderne Neubauten
  • Neuzeitlich modernisierte Objekte
  • Moderne Ausstattung
  • Energieeffiziente Objekte
  • Gute Lage nah zur Küste
  • Gut geführte Ferienparks
  • Klare Vermietungskonzepte
  • Nachvollziehbare Kostenstruktur
  • Geringerer Sanierungsbedarf
Unter Druck
  • Ältere Bestandsimmobilien
  • Grundstücke: Fehlende Erweiterungsreserven
  • Parkplätze: Fehlender Parkplatz direkt am Haus
  • Sanierungsbedürftige Objekte
  • Schwache Energieperformance
  • Veraltete Ausstattung
  • Hohe Nebenkosten
  • Unklare Vermietungsperspektive
  • Überhöhte Angebotspreise

Wesentliche Prüfparameter für Käufer und Verkäufer

1. Angebot

Mehr Auswahl erhöht den Vergleichsdruck und schwächt die Position überteuerter Objekte.

2. Hypothekenzinsen

Höhere Finanzierungskosten reduzieren die maximal leistbaren Kaufpreise.

3. Rentabilität

Steigende Kosten und steuerliche Belastungen verschlechtern die Renditerechnung.

4. Energieeffizienz

Schwache Energieperformance erhöht Betriebskosten und Sanierungsrisiken.

5. Qualität Wohnumfeld

Infrastruktur, Aussenanlagen, Zustand und Zukunftsfähigkeit des Standorts werden wichtiger.

6. Preisrealismus

Preise aus 2022 sind häufig kein belastbarer Maßstab mehr. - Preisflexibilität ist gefragt.

Warum ältere Objekte besonders kritisch geprüft werden müssen

Die aktuelle Korrektur betrifft nicht alle Ferienimmobilien gleichermaßen. Gut gelegene, moderne und energieeffiziente Häuser bleiben deutlich attraktiver als ältere Objekte mit Modernisierungsbedarf. Gerade bei Bestandsimmobilien sollten Käufer deshalb nicht nur auf den Kaufpreis achten, sondern auch auf Folgekosten.

  • Energieeffizienz: Schlechte Dämmung, alte Heizsysteme und hoher Verbrauch können laufende Kosten deutlich erhöhen.
  • Sanierungsrisiko: Ein günstiger Kaufpreis kann durch Renovierung, erforderliche energetische Maßnahmen und Instandhaltung schnell relativiert werden.
  • Vermietbarkeit: Gäste erwarten zeitgemäße Ausstattung, Komfort, Nachhaltigkeit und digitale Buchbarkeit.
  • Kostenstruktur: Parkkosten, Betriebskosten, Steuern und Finanzierung müssen zur realistischen Auslastung passen.
  • Preispositionierung: Überhöhte Angebotspreise führen häufig nicht zu besseren Ergebnissen, sondern zu längeren Standzeiten.

Fazit: Chance für Käufer, Realitätscheck für Verkäufer

Der Ferienimmobilienmarkt in Zeeland entwickelt sich von einem angebotsgetriebenen Boommarkt zu einem differenzierten Qualitätsmarkt. Für Käufer entstehen neue Chancen – jedoch nur bei sorgfältiger Auswahl. Für Verkäufer gilt: Marktgerechte Preise und eine realistische Einschätzung der Objektqualität sind heute entscheidend für den Verkaufserfolg. Wer weiterhin Preise aus der Boomphase 2022 ansetzt, riskiert lange Vermarktungszeiten und eine schleichende Entwertung der Marktattraktivität.

Kauftipp

Interessenten sollten Lage, Modernisierungsgrad, Vermietbarkeit, Nebenkosten, Parkregelungen und energetischen Zustand genau prüfen und mit nachvollziehbaren Argumenten verhandeln.

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Quellen und Einordnung:
(1) NVM, „Recreatiewoningmarkt in evenwicht, maar regionale verschillen nemen sterk toe“, Bericht April 2026.
(2) Die Angaben zu Angebotsentwicklung, Preisrückgang, Transaktionen, Verkaufszeiten und Käufermarkt in Zeeland beruhen auf veröffentlichten NVM-Daten.
(3) Die Einschätzungen zu lokalen Parkentwicklungen, Objektqualität, Energieeffizienz, Neubaukonkurrenz, Preisillusionen, Vermarktungsdauer und Marktsegmentierung beruhen auf eigener Marktbeobachtung und Vor-Ort-Recherche.
(4) Die Grafiken sind schematische Trendvisualisierungen und keine amtlichen Preisindexreihen.

Disclaimer: Diese Marktanalyse dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Steuer-, Finanzierungs- oder Rechtsberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Angaben. Individuelle Kauf- oder Investitionsentscheidungen sollten immer unter Berücksichtigung der persönlichen Situation sowie gegebenenfalls nach Rücksprache mit fachkundigen Beratern getroffen werden.

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Ratgeber Ferienimmobilien

20 Tipps zum Kauf und Verkauf von Ferienimmobilien in den Niederlanden

Kompakter Praxisratgeber für Käufer und Verkäufer von Ferienhäusern in den Niederlanden – mit Hinweisen zu Makler, Notar, Finanzierung, Kaufvertrag, Nebenkosten, Ferienpark-Regeln und typischen Fallstricken.

1. Verkaufsmakler in den Niederlanden

Die Aufgaben eines Immobilienmaklers sind in Deutschland und den Niederlanden ähnlich, dennoch gibt es Unterschiede in Ablauf, Vertragsgestaltung und Marktkommunikation.

Häufig wird ein sogenannter Alleinauftrag vereinbart. Damit sind Verkäufer für eine bestimmte Zeit an einen Makler gebunden. Prüfen Sie deshalb Laufzeit, Kündigungsfrist, Courtage und Leistungsumfang genau.

Diese Leistungen sollte ein Verkaufsmakler übernehmen:

  • Bewertung: Einschätzung des Marktwertes und Entwicklung einer realistischen Preisstrategie.
  • Vermarktung: Exposé, Fotos, Immobilienportale, Zielgruppenansprache und gegebenenfalls Open-House-Termine.
  • Besichtigungen: Organisation, Durchführung und Nachbereitung mit Interessenten.
  • Verhandlungen: Preis- und Vertragsverhandlungen im Interesse des Verkäufers.
  • Koordination: Abstimmung mit Käufer, Notar, Gutachter, Bank und Verwalter.
  • Dokumentation: Zusammenstellung wichtiger Objektunterlagen.
2. Maklerverbände und Qualitätssicherung

In den Niederlanden gibt es mehrere wichtige Maklerverbände:

NVM: Der größte Berufsverband für Immobilienmakler und Immobiliengutachter in den Niederlanden.

VBO Makelaar: Verband für Immobilienmakler und Sachverständige mit Fokus auf Professionalität und Kundenservice.

VastgoedPRO: Berufsverband für Immobilienprofis und Sachverständige mit Schwerpunkt auf Ausbildung, Qualität und Ethik.

Eine Mitgliedschaft ist kein Ersatz für eigene Prüfung, kann aber ein Hinweis auf Standards, Beschwerdemöglichkeiten und geregelte Arbeitsweisen sein.

3. Immobilienportale für Ferienhäuser und Kaufobjekte

Für den Kauf oder Verkauf von Ferienimmobilien in den Niederlanden sind vor allem diese Portale relevant:

  • Funda: Das bekannteste Immobilienportal der Niederlande.
  • JAAP.NL: Portal für Kauf- und Mietobjekte.
  • Marktplaats: Kleinanzeigenportal mit Immobilienangeboten.
  • Huislijn: Immobilienportal mit Kauf- und Mietangeboten.

Achten Sie bei Ferienimmobilien besonders auf Angaben zu Vermietung, Eigennutzung, Grundstückseigentum, Parkgebühren und kommunalen Nutzungsvorgaben.

4. Den passenden Verkaufsmakler auswählen

Ein guter Makler kennt nicht nur den Immobilienmarkt, sondern auch die Besonderheiten von Ferienimmobilien, Ferienparks, Vermietungsmodellen und deutschen Käufern.

  • Regionale Erfahrung: Kenntnis von Ort, Lagequalität, Zielgruppen und Preisniveau.
  • Referenzen: Aktuelle Verkäufe und Bewertungen prüfen.
  • Vermarktung: Strategie, Portale, Fotos, Exposé und internationale Ansprache klären.
  • Kommunikation: Erreichbarkeit, Transparenz und regelmäßige Rückmeldungen vereinbaren.
  • Kosten: Courtage, Vertragslaufzeit, Zusatzkosten und Kündigungsfristen vergleichen.
  • Vergleich: Mindestens zwei Maklergespräche führen.
5. Verkauf ohne Makler

Ein Verkauf ohne Makler ist möglich, verlangt aber Marktkenntnis, Zeit, Verhandlungssicherheit und rechtliche Sorgfalt.

  • Preisfindung: Vergleichsobjekte prüfen oder Gutachter beauftragen.
  • Unterlagen: Grundbuchdaten, Energieangaben, Genehmigungen, Parkunterlagen und Kostenübersichten vorbereiten.
  • Vermarktung: Anzeigen, Fotos, Portale und Anfragen selbst organisieren.
  • Besichtigungen: Termine planen, Fragen beantworten und Interessenten qualifizieren.
  • Verhandlungen: Preis, Bedingungen, Übergabe und Vorbehalte klären.
  • Rechtliches: Notar oder Rechtsberater frühzeitig einbinden.
6. Notar – Aufgaben und Verantwortung

In den Niederlanden spielt der Notar eine zentrale Rolle bei der Eigentumsübertragung. Er sorgt dafür, dass die rechtliche Abwicklung ordnungsgemäß erfolgt.

  • Prüfung: Eigentumsverhältnisse, Grundbuch, Belastungen und Dienstbarkeiten.
  • Identität: Kontrolle der Identität und Vertretungsbefugnis der Parteien.
  • Übertragungsurkunde: Vorbereitung der akte van levering.
  • Kadaster: Eintragung des Eigentumsübergangs im Grundbuch.
  • Zahlungsabwicklung: Verwaltung des Treuhandkontos und Auszahlung des Kaufpreises.
  • Information: Neutrale Erläuterung wichtiger Rechte und Pflichten.
7. Aufgabenverteilung zwischen Makler und Notar

In den Niederlanden ist der Makler oft stärker in die Vorbereitung des Kaufvertrags eingebunden als in Deutschland. Der Notar übernimmt anschließend die rechtliche Prüfung und Eigentumsübertragung.

Makler: Vermittlung, Besichtigungen, Verhandlungen und häufig Vorbereitung des voorlopige koopovereenkomst. Trotz der Bezeichnung ist dieser Vertrag grundsätzlich bindend.

Notar: Prüfung rechtlicher Aspekte, Vorbereitung der Übertragungsurkunde und Registrierung beim Kadaster.

Wichtig: Käufer sollten den Kaufvertrag vor Unterzeichnung sorgfältig prüfen lassen, insbesondere bei Ferienpark-Regeln, Vermietungspflichten, Erbpacht oder Finanzierungsvorbehalten.
8. Biedlogboek – mehr Transparenz beim Bieten

Das Biedlogboek ist ein digitales oder schriftliches Register, in dem abgegebene Gebote dokumentiert werden. Es soll den Bietprozess transparenter machen.

  • Dokumentation: Gebote werden mit Zeitpunkt und Bedingungen festgehalten.
  • Transparenz: Beteiligte können nach dem Verkaufsprozess unter bestimmten Voraussetzungen Einblick erhalten.
  • Branchenstandard: Besonders relevant bei Maklern, die einem niederländischen Berufsverband angeschlossen sind.

Tipp: Fragen Sie den Verkaufsmakler direkt, ob ein Biedlogboek geführt wird und wann Einsicht möglich ist.

Mehr Details zum Biedlogboek

9. Kaufvertrag und zugesicherte Eigenschaften

Beim Immobilienkauf in den Niederlanden sind die mededelingsplicht des Verkäufers und die onderzoeksplicht des Käufers besonders wichtig.

Verkäufer müssen bekannte kaufrelevante Mängel und Besonderheiten offenlegen. Käufer müssen die Immobilie angemessen prüfen oder prüfen lassen.

  • Feuchtigkeit, Schimmel, Risse, Dach- oder Fundamentprobleme
  • Mängel an Elektrik, Heizung, Wasser, Abwasser oder Klima
  • Erbpacht, Wegerechte, Dienstbarkeiten oder sonstige Belastungen
  • Asbest, Altlasten, Hochwasser- oder Wasserprobleme
  • Genehmigungen, bauliche Veränderungen und Nutzungsbeschränkungen
  • bekannte Streitigkeiten, Lärmbelastungen oder Nachbarschaftsprobleme

Bei Unsicherheit sollte vor Unterzeichnung ein Notar, Rechtsanwalt oder Bausachverständiger hinzugezogen werden.

10. Offenbarungspflicht beim Verkauf

Die Offenbarungspflicht betrifft alle bekannten Umstände, die für die Kaufentscheidung wesentlich sein können. Dazu zählen bauliche, technische, rechtliche und wirtschaftliche Besonderheiten.

Eine Verletzung der Offenbarungspflicht kann im Einzelfall zu Rücktritt, Kaufpreisminderung oder Schadenersatz führen.

Praxis-Tipp: Dokumentieren Sie bekannte Mängel schriftlich und übergeben Sie relevante Unterlagen geordnet. Das schafft Vertrauen und reduziert spätere Konflikte.
11. Bedenkzeit beim Kaufvertrag

Private Käufer haben beim Immobilienkauf in den Niederlanden grundsätzlich eine gesetzliche Bedenkzeit von drei Tagen.

  • Beginn: Die Frist startet am Tag nach Erhalt der unterschriebenen Kaufvereinbarung.
  • Fristende: Endet die Frist an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag, verlängert sie sich bis zum nächsten Werktag.
  • Rücktritt: Innerhalb der Frist kann der Käufer schriftlich zurücktreten.
  • Kosten: Der Rücktritt innerhalb der Bedenkzeit ist grundsätzlich kostenfrei.
  • Verlängerung: Eine längere Bedenkzeit kann vereinbart werden; eine Verkürzung grundsätzlich nicht.

Diese Bedenkzeit ersetzt keine sorgfältige Prüfung vor Unterzeichnung, gibt privaten Käufern aber zusätzlichen Schutz.

12. Ferienhaus im Ferienpark oder in Selbstverwaltung

Zwischen einem Ferienhaus im Ferienpark und einer Immobilie außerhalb eines Parks bestehen erhebliche Unterschiede.

  • Eigentum: Im Ferienpark gehört das Grundstück oft nicht dem Käufer. Außerhalb eines Parks ist Volleigentum häufiger.
  • Verwaltung: Im Park meist zentral, außerhalb eigenverantwortlich.
  • Vermietung: Im Park oft an Betreiber, Regeln oder Provisionsmodelle gebunden.
  • Kosten: Parkgebühren, Verwaltung, Instandhaltung und Gemeinschaftseinrichtungen prüfen.
  • Wertentwicklung: Stark abhängig von Lage, Betreiberqualität, Parkzustand und Vertragsbedingungen.

Prüfen Sie außerdem kommunale Regeln zur touristischen Vermietung und mögliche Vorgaben aus der Huisvestingsverordening.

13. Erbpacht, Grundstücksmiete und Nutzungsrechte

Bei Ferienimmobilien ist besonders wichtig, ob Grundstück und Gebäude tatsächlich im Eigentum stehen oder ob Erbpacht, Grundstücksmiete oder besondere Nutzungsrechte bestehen.

  • Eigentum: Gehören Gebäude und Grundstück vollständig zum Kaufobjekt?
  • Erbpacht: Wie lange läuft der Vertrag und wie hoch ist der jährliche Canon?
  • Grundstücksmiete: Gibt es Kündigungsrechte, Anpassungsklauseln oder Betreiberabhängigkeiten?
  • Nutzungsrechte: Welche Wege, Stellplätze, Gartenflächen oder Gemeinschaftsanlagen dürfen genutzt werden?
  • Verkaufbarkeit: Einschränkungen können Finanzierung, Wiederverkauf und Wertentwicklung beeinflussen.
14. Laufende Kosten eines Ferienhauses

Die laufenden Kosten variieren je nach Gemeinde, Lage, Nutzung, Zustand und Verwaltungsform.

  • OZB: Grundsteuer auf Basis des Immobilienwerts.
  • Waterschap: Wasser- und Deichverbandsabgaben.
  • Abwasser und Müll: Gemeindeabhängige Gebühren.
  • Energie: Strom, Gas, Wasser und gegebenenfalls Wärmepumpe.
  • Versicherungen: Gebäude, Hausrat, Haftpflicht und Vermietungsrisiken.
  • Internet und TV: Laufende Anbietergebühren.
  • Instandhaltung: Rücklagen für Reparaturen, Modernisierung und Außenanlagen.
  • VVE-Beiträge: Beiträge zur Eigentümergemeinschaft, falls vorhanden.
  • Toeristenbelasting: Tourismusabgabe bei Vermietung.
15. Laufende Kosten im Ferienpark

Bei Ferienhäusern in Ferienparks können zusätzliche Kosten entstehen, die in Renditeberechnungen leicht unterschätzt werden.

  • Parkkosten: Wege, Grünanlagen, Rezeption, Sicherheit und Gemeinschaftseinrichtungen.
  • Servicegebühren: Reinigung, Verwaltung, technische Betreuung oder Gästeservice.
  • Vermietungsprovision: Anteil des Parkbetreibers bei touristischer Vermietung.
  • Pflichtleistungen: Vorgeschriebene Reinigung, Wäschepakete, Wartung oder Modernisierung.
  • Grundstücksmiete: Falls das Grundstück nicht gekauft wurde.
  • Kommunale Abgaben: Zusätzlich zu Parkgebühren möglich.

Tipp: Fordern Sie vor dem Kauf eine vollständige Kostenübersicht, Parkordnung, Betreibervertrag und vorhandene Jahresabrechnungen an.

16. Kaufnebenkosten bei Ferienimmobilien

Neben dem Kaufpreis fallen beim Immobilienkauf in den Niederlanden weitere Kosten an. Dazu zählen insbesondere Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Bewertung und Finanzierungskosten.

  • Grunderwerbsteuer: Für Ferien- und Zweitwohnungen gilt regelmäßig der höhere Steuersatz. Stand 2026: häufig 8 %.
  • Maklerkosten: Meist vom Auftraggeber getragen; beim Kaufmakler also vom Käufer.
  • Notar: Je nach Umfang häufig ab ca. 1.000 €.
  • Kadaster: Kosten für Grundbucheintrag und Registrierung.
  • Taxatie: Bewertung, bei Finanzierung häufig erforderlich.
  • Übersetzer: Kann bei fehlenden Niederländischkenntnissen beim Notartermin erforderlich sein.
  • Bankkosten: Bearbeitung, Beratung und Hypothekenbestellung.
Hinweis: Steuersätze und Gebühren können sich ändern. Prüfen Sie vor Kaufentscheidung immer den aktuellen Stand.
17. Finanzierung mit deutschen Banken

Einige deutsche Banken finanzieren Ferienimmobilien in den Niederlanden, allerdings oft nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Entscheidend sind Bonität, Einkommen, Eigenkapital, Lage, Zustand, Beleihungswert und geplante Nutzung der Immobilie. Häufig verlangen Banken zusätzliche Sicherheiten oder eine Immobilie in Deutschland als Absicherung.

Vergleichen Sie mehrere Angebote und fragen Sie ausdrücklich nach Finanzierungen für Ferienimmobilien im Ausland.

18. Finanzierung mit niederländischen Banken

Auch niederländische Banken können Finanzierungen für Ferienimmobilien anbieten, teilweise auch für Käufer mit Wohnsitz in Deutschland.

Ein niederländisches Konto kann für spätere Bewirtschaftung, Versicherungen und laufende Zahlungen hilfreich sein. Die Bank prüft in der Regel Bonität, Objektwert, Lage, Zustand und Nutzungskonzept.

Hinweis zur NHG: Die Nationale Hypotheek Garantie gilt normalerweise nicht für Zweit- oder Ferienwohnungen.

19. Hypothekenvergleich nutzen

Hypothekenzinsen und Bedingungen können sich deutlich unterscheiden. Ein Vergleich lohnt sich besonders bei Ferienimmobilien, da nicht jede Bank solche Objekte gleich bewertet.

20. Wichtige Unterlagen vor dem Kauf prüfen

Vor Unterzeichnung des Kaufvertrags sollten Käufer alle wesentlichen Unterlagen prüfen oder prüfen lassen.

  • Grundbuchauszug und Eigentumsnachweis
  • Angaben zu Erbpacht, Dienstbarkeiten und Wegerechten
  • Energieausweis und technische Unterlagen
  • Baugenehmigungen und Umbauunterlagen
  • Parkordnung, Betreibervertrag und Kostenübersicht bei Ferienparks
  • VVE-Unterlagen, Protokolle und Rücklagen bei Eigentümergemeinschaften
  • Vermietungsverträge, Belegungszahlen und Provisionsmodelle
  • Versicherungen, Wartungsverträge und bekannte Mängel
  • kommunale Vorgaben zur touristischen Vermietung

Je vollständiger die Unterlagen sind, desto besser lassen sich Kosten, Risiken und Wiederverkaufbarkeit beurteilen.

Vermisst du eine Info, hast du einen Fehler gefunden oder hast du Fragen? Dann melde dich gerne über unser Kontaktformular.

Tipps: Ankauf/Verkauf Ferienimmobilie

Insgesamt sind die Aufgaben eines Immobilienmaklers in Deutschland und den Niederlanden ähnlich, aber es gibt doch einige Unterschiede. Beachten Sie bitte, dass Sie meist einen so genannten "Alleinauftrag" abschließen. Mit diesem Auftrag sind Sie für eine bestimmte Zeit an den Makler gebunden.

Diese Dienstleistungen sollte ein Verkaufsmakler in den Niederlanden für den Verkäufer übernehmen:

1. Beratung und Bewertung: Der Makler berät den Verkäufer über den Marktwert der Immobilie und legt gemeinsam mit dem Verkäufer einen Verkaufspreis fest.
2. Vermarktung: Der Makler kümmert sich um die Vermarktung der Immobilie. Das beinhaltet das Erstellen von Verkaufsanzeigen, Fotografieren der Immobilie, Listung auf Immobilienwebseiten und bei Bedarf das Organisieren von Open-House-Veranstaltungen.
3. Besichtigungen: Der Makler organisiert und führt Besichtigungen für potenzielle Käufer durch.
4. Verhandlungen: Der Makler verhandelt im Namen des Verkäufers mit potenziellen Käufern, um den bestmöglichen Verkaufspreis zu erzielen.
5. Vertragsabwicklung: Sobald ein Käufer gefunden ist, hilft der Makler bei der Abwicklung des Kaufvertrages. Dies beinhaltet oft die Koordination mit Notaren und anderen beteiligten Parteien.
6. Marktbeobachtung: Der Makler beobachtet kontinuierlich die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt und informiert den Verkäufer über aktuelle Markttrends und Entwicklungen.
7. Dokumentationsprüfung: Ein Makler überprüft oft relevante Dokumente wie Grundbucheinträge, Baugenehmigungen und andere relevante Papiere, um sicherzustellen, dass die Immobilie ohne rechtliche Hindernisse verkauft werden kann.

In den Niederlanden gibt es 3 große Maklerverbände:

NVM: Der NVM ((Nederlandse Vereniging van Makelaars) ist der größte Berufsverband für Immobilienmakler und Immobiliengutachter in den Niederlanden und hat eine lange Tradition in der Vertretung der Interessen seiner Mitglieder sowie in der Sicherung von Qualität und Integrität in der Immobilienbranche.
VBO Makelaar: Dieser Verband vertritt Immobilienmakler und Sachverständige. Er legt großen Wert auf Professionalität und Kundenservice.  
VastgoedPRO: Ein weiterer Verband, der Immobilienprofis und Sachverständige vertritt. Auch hier wird großen Wert auf Ausbildung, Professionalität und Ethik gelegt.

Für Käufer oder Verkäufer kann es sinnvoll sein, beim Auswahlprozess eines Maklers die Mitgliedschaft in einem dieser Verbände zu berücksichtigen, um sicherzustellen, dass sie mit einem qualifizierten und vertrauenswürdigen Profi arbeiten. 

In den Niederlanden gibt es eine Reihe Immobilienportale, auf denen Immobilien zum Kauf oder zur Miete gelistet sind. Nachfolgend einige der bekanntesten Verkaufsportale:

1. Funda: Das größte und bekannteste Immobilienportal in den Niederlanden. Es wird vom Maklerverband NVM betrieben und bietet eine umfangreiche Auswahl an Immobilien in den Niederlanden.
2.JAAP.NL: Ein weiteres großes Immobilienportal, das sowohl Kauf- als auch Mietobjekte auflistet.
3. Marktplaats: Dies ist das niederländische Pendant zu eBay Kleinanzeigen und bietet eine Vielzahl von Anzeigen, einschließlich Immobilien zum Kauf und zur Miete.
4. Huislijn: Ein Immobilienportal mit einer breiten Auswahl an Kauf- und Mietobjekten. 

In den Niederlanden spielt der Notar (Notaris) eine zentrale Rolle beim Immobilienverkauf. Der Notar hat dabei viele Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die sicherstellen sollen, dass die Transaktion rechtmäßig und transparent abläuft:

1. Vorbereitung des Kaufvertrags: Der Notar bereitet den eigentlichen Kaufvertrag ("koopakte") vor. Dieser Vertrag enthält alle zwischen Käufer und Verkäufer getroffenen Vereinbarungen.
2. Überprüfung der Immobilienunterlagen: Der Notar prüft die Rechtmäßigkeit des Verkaufsübergangs der Immobilie, indem er z. B. den Grundbuchauszug ("kadaster") kontrolliert, um sicherzustellen, dass keine Hypotheken, Pfandrechte oder andere Belastungen auf der Immobilie lasten, die den Verkauf beeinträchtigen könnten.
3. Identitätsprüfung: Der Notar prüft die Identität beider Parteien (Käufer und Verkäufer) und stellt sicher, dass sie die rechtliche Befugnis haben, den Vertrag zu unterzeichnen.
4. Übertragungsurkunde: Nach Unterzeichnung des Kaufvertrags und Erfüllung sämtlicher Bedingungen (z. B. die Finanzierung), bereitet der Notar die Übertragungsurkunde ("akte van levering") vor. Dieses Dokument besiegelt den eigentlichen Eigentumsübergang.
5. Registrierung im Grundbuch: Nach Unterzeichnung der Übertragungsurkunde registriert der Notar die Transaktion im niederländischen Grundbuch ("Kadaster"). Dadurch wird der Käufer offiziell als neuer Eigentümer der Immobilie eingetragen.
6. Abwicklung der Zahlungen: Der Notar verwaltet in der Regel auch das Treuhandkonto, auf dem der Kaufpreis hinterlegt wird. Nach Abschluss des Verkaufsprozesses leitet der Notar die Zahlung an den Verkäufer weiter und sorgt dafür, dass alle relevanten Gebühren und Steuern (z. B. die Grunderwerbssteuer) bezahlt werden.
7. Beratung: Der Notar informiert und berät beide Parteien neutral über ihre Rechte und Pflichten im Rahmen des Immobilienkaufs und sorgt dafür, dass die Transaktion reibungslos und gemäß den niederländischen Gesetzen und Bestimmungen verläuft.  

Das "Biedlogboek" ("Biet-Tagebuch") ist ein Register, das von Maklern geführt wird und in dem alle schriftlichen Angebote für eine zum Verkauf stehende Immobilie festgehalten werden. Es soll damit den Verkaufsprozess transparenter machen.
Die wesentlichen Merkmale des Biedlogboek:
1. Transparenz: Es bietet einen klaren Überblick über alle abgegebenen Gebote und sorgt so für einen transparenten Bieterprozess. Somit können Kaufinteressenten und Verkäufer erkennen, iwie viele und in welcher Höhe Angebote eingegangen sind.
2. Reihenfolge der Gebote: Die Gebote werden in der Reihenfolge ihres Eingangs im Biedlogboek festgehalten, sodass klar ist, welches Gebot wann abgegeben wurde.
3. Verfügbarkeit: Interessenten haben grundsätzlich das Recht, das Biedlogboek einzusehen, um zu überprüfen, welche Angebote bereits für eine Immobilie abgegeben wurden.
Hinweis: Das Führen des einzelnen Biedlogboek liegt in der Verantwortung des jeweiligen Maklers. Sprechen Sie den Verkaufsmakler im Hinblick auf das von Ihnen abzugebende Angebot direkt auf das Biedlogboek an. Wenn es jedoch Beschwerden oder Fehlen des Biedlogboek gibt, kann man bei der Maklerorganisation, bei der der Makler angeschlossen ist (z. B. NVM), intervenieren.
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Beim Kauf einer Ferienwohnung in einem Ferienpark in den Niederlanden, wie beispielsweise von Anbietern wie Roompot oder auch Dormio, und beim Kauf eines Ferienhauses im Volleigentum außerhalb eines Ferienparks gibt es einige wesentliche Unterschiede:
1. Eigentumsverhältnisse:
- Ferienpark: Oftmals erwerben Sie nicht das Grundstück selbst, sondern nur das Gebäude oder die Unterkunft. Das Grundstück bleibt im Besitz des Ferienparkbetreibers, und Sie zahlen eine jährliche Gebühr für die Nutzung des Grundstücks.
- Volleigentum außerhalb eines Ferienparks: In der Regel erwerben Sie sowohl das Gebäude als auch das dazugehörige Grundstück im Volleigentum.
2. Verwaltung und Dienstleistungen:
- Ferienpark: Die Verwaltung, Wartung und Instandhaltung der Anlage und der Gemeinschaftseinrichtungen werden normalerweise zentral vom Betreiber des Ferienparks organisiert. Dies kann Vorteile in Bezug auf den Komfort bieten, führt jedoch oft zu regelmäßigen nicht unwesentlichen Gebühren.
- Volleigentum außerhalb des Ferienparks: Sie sind selbst für alle Angelegenheiten rund um die Liegenschaft verantwortlich.
3. Gemeinschaftseinrichtungen:
- Ferienpark: Ferienparks bieten oft eine Vielzahl von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schwimmbäder, Sporteinrichtungen, Restaurants, Animation und andere Freizeitangebote. Führen aber zu weiteren laufenden Kosten (siehe z. B. Energie und Instandhaltung)
- Volleigentum außerhalb des Ferienparks: In der Regel sind keine Gemeinschaftseinrichtungen verfügbar, es sei denn, Sie kaufen in einer speziellen Wohnanlage mit solchen Angeboten.
4. Vermietung:
- Ferienpark: Die meisten Ferienparkbetreiber bieten Vermietungsprogramme an, bei denen sie die Vermietung, Vermarktung und Verwaltung Ihrer Unterkunft übernehmen. Oft ist dies verpflichtend. Diese - nicht unwesentlichen Kosten - kann der Käufer oft nicht beeinflussen.
- Volleigentum außerhalb des Ferienparks: Sie entscheiden selbst, mit welchem persönlichen und marketingtechnischen Aufwand Sie Ihre Immobilie vermieten möchten.
Hinweis: Bitte beachten Sie, ob es in Ihrer Gemeinde eine Einschränkung der touristischen Vermietungsmöglichkeiten ausserhalb von Feriengebieten gibt (Huisvestigingsverordering)
5. Kosten:
- Ferienpark: Neben dem Kaufpreis können zusätzliche Gebühren für die Verwaltung, Wartung, Instandhaltung und Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen anfallen.
- Volleigentum außerhalb des Ferienparks: Während möglicherweise weniger regelmäßige Gebühren anfallen, tragen Sie alle Kosten für Instandhaltung, Reparaturen und andere anfallende Ausgaben.
6. Wertentwicklung:
- Ferienpark: Die Wertentwicklung hängt von der Lage und allgemeinen Performance des Ferienparks und der Marke des Betreibers ab.
- Volleigentum außerhalb des Ferienparks: Die Wertentwicklung hängt stärker von Faktoren wie Lage, Zustand des Hauses und allgemeinen Immobilienmarkttrends ab.
Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile, und die beste Wahl hängt von Ihren individuellen Vorlieben, Ihrem Budget und Ihren Plänen für die Zukunft ab. Es ist ratsam, sich ausführlich zu informieren und ggf. einen Immobilienexperten zu Rate zu ziehen, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen. 

In den Niederlanden gilt für den Verkäufer einer Immobilie eine Offenbarungspflicht ("mededelingsplicht"), die bedeutet, dass der Verkäufer verpflichtet ist, dem Käufer alle ihm bekannten Informationen mitzuteilen, die für die Kaufentscheidung des Käufers relevant sein könnten. Diese Pflicht besteht, um sicherzustellen, dass der Käufer eine informierte Entscheidung treffen kann. Gleichzeitig hat der Käufer eine Untersuchungspflicht ("onderzoeksplicht"), die bedeutet, dass er selbst aktiv werden muss, um Informationen über die Immobilie zu sammeln.
Zu den negativen Einflüssen, die der Verkäufer dem Käufer nennen muss, gehören unter anderem:

1. Strukturelle Mängel und Defekte:
- Alle bekannten Probleme mit der Bausubstanz der Immobilie, wie Feuchtigkeit, Schimmel, Risse in Wänden oder Decken, undichte Dächer, Asbestbelastungen, etc.
2. Installationsmängel:
- Probleme mit der Elektrik, der Heizung, der Klimaanlage, der Wasserinstallation, etc.
3. Grundstücksbelastungen:
- Rechte Dritter am Grundstück, wie Dienstbarkeiten (z.B. Wegerechte), Erbpacht, Wohnrechte, etc.
4. Umweltprobleme:
- Kontamination des Grundstücks (z.B. durch frühere industrielle Nutzung), Asbest, Hochwassergefahr, etc.
5. Rechtliche Belastungen:
- Bestehende Hypotheken oder andere Sicherheiten, die auf der Immobilie lasten, oder laufende Rechtsstreitigkeiten, die die Immobilie betreffen.
6. Nachbarschaftsprobleme:
- Bekannte Probleme mit der Nachbarschaft, die für den Käufer relevant sein könnten (z.B. permanente Lärmbelästigung).
7. Wasserüberlastung auf dem Grundstück:
Ist das Grundstück oder die Zuwegung bei Starkregen ständig überflutet und nur erschwert zugänglich, sollte diese Umstand dem Käufer bekannt gemacht werden.
8. Zukünftige Entwicklungen:
- Wenn dem Verkäufer Informationen über zukünftige Entwicklungen bekannt sind, die den Wert der Immobilie beeinflussen könnten (z.B. geplante Bauprojekte in der Nachbarschaft), sollte er diese Informationen ebenfalls weitergeben.
Es ist wichtig, sich als Verkäufer bewusst zu sein, dass eine vorsätzliche oder fahrlässige Nichtangabe von relevanten Informationen zu erheblichen rechtlichen Konsequenzen führen kann.
Dies sind allgemeine Hinweise und stellen keine rechtliche Beratung dar. Da die Offenbarungspflicht ein komplexes Rechtsthema ist, wird dringend empfohlen, vor dem Verkauf einer Immobilie professionellen Rechtsrat einzuholen, beispielsweise von einem Notar oder Rechtsanwalt. 

Die laufenden Kosten (Nebenkosten) variieren von Gemeinde zu Gemeinde. Darüber hinaus ist es entscheidend, ob sich das Haus in einem reinen Ferienpark mit Verwaltung einer Ferienhausorganisation mit reiner Fremdverwaltung oder ein Haus in Selbstverwaltung handelt. Nachfolgend einige die häufigsten Nebenkosten und Gebühren, die bei einem Ferienhaus in den Niederlanden anfallen:

1. Grundsteuer (OZB - Onroerendezaakbelasting): Diese Steuer wird jährlich erhoben und basiert auf dem Wert des Eigentums. (Siehe auch im Lexikon WOZ-Waarde). Der genaue Betrag variiert je nach Gemeinde und dem Wert der Immobilie.
2. Wassergebühr: Die Wasserbehörde (Waterschap) erhebt eine Gebühr für den Wasserverbrauch sowie für den Wasserwegunterhalt.
3. Abwassergebühr: Dies deckt die Kosten für die Abwasserentsorgung und -reinigung ab.
4. Abfallgebühr: Für die Müllabfuhr und die Abfallentsorgung wird oft eine jährliche oder monatliche Gebühr erhoben. Diese regelt die Gemeinde, in der sich das Ferienhaus befindet – in einem reinen Ferienpark mit zentralen Abfallsammelstellen ist es der Betreiber des Ferienparks.
5. Energiekosten: Dies umfasst Strom, Gas und manchmal auch Wasser. Die genauen Kosten hängen von Ihrem Verbrauch und Ihrem Energieanbieter ab.
6. Versicherungen: Eine Gebäudeversicherung (Opstalverzekering) ist in der Regel obligatorisch, wenn Sie eine Hypothek für die Immobilie haben. Es ist ratsam, eine Hausratsversicherung (Inboedelverzekering) und eine Haftpflichtversicherung (Aansprakelijkheidsverzekering) abzuschließen.
7. Internet und TV: Die Gebühren orientieren sich an dem gewählten Anbieter und können stark voneinander abweichen. Am besten, man führt ein Preisvergleich durch. Das ist z. B. über das niederländische Portal Verglijk möglich.
8. Unterhalt und Reparaturen: Je nach Alter und Zustand des Ferienhauses können nicht unwesentliche Kosten für regelmäßige Wartung und gelegentliche Reparaturen anfallen.
9. VVE-Beiträge: Wenn Ihr Ferienhaus Teil einer Eigentumswohnung oder einer Wohnanlage ist, gibt es möglicherweise monatliche oder jährliche Beiträge für die Vereniging van Eigenaren (VVE) oder die Eigentümergemeinschaft, die für die Instandhaltung und Verwaltung der gemeinschaftlichen Einrichtungen verwendet werden.
10. Abgaben an den Ferienparkbetreiber: Das sind zum Beispiel die Vermietungsprovisionen und die Kosten für Parkverwaltung und Instandhaltungen (z. B. Roompot, Landal, Dormio, Molecaten)
11. Tourismusabgaben: Einige Gemeinden erheben eine Tourismusabgabe (Toeristenbelasting) für Ferienhäuser, insbesondere wenn Sie Ihr Ferienhaus vermieten.
12. Verwaltungskosten: Wenn Sie Ihr Ferienhaus vermieten und dafür einen Verwalter (Beheer) oder ein Immobilienunternehmen beauftragen, fallen weitere nicht unwesentliche Kosten an. 

Diese Kosten fallen zusätzlich zum Kaufpreis an

Wenn Sie in den Niederlanden ein Haus oder eine Wohnung kaufen, müssen Sie neben dem Kaufpreis mit erheblichen zusätzlichen Kosten rechnen. Das sind die so genannten Kaufnebenkosten. Dazu gehören: Grunderwerbssteuer, Notargebühren, Maklergebühren (falls vorhanden) und Beratungsgebühren der Banken. Nachfolgend eine Einschätzung der üblicherweise anfallenden Kosten und Gebühren.

- Grunderwerbsteuer für Ferienimmobilien 8%
- Makler ca. 1,25% - 2,5% zahlt (normalerweise) der Verkäufer
- Notar ca. 1.000 €
- Nebenkosten Eintrag Grundbuch ca. 500 € - 1000€
- Wertermittlung/Taxatie (bei Aufnahme Hypothek) ca. 500 €
- Übersetzer Notar (Pflicht bei Verkäufer oder Käufer die nicht niederländisch sprechen) ca. 200€/Partei
- Nebenkosten Bank bei Aufnahme Hypothek ca. 600€ - 1000€ 

In den Niederlanden spielt der Makler eine wichtige Rolle beim Kaufvertrag für eine Immobilie, während der Notar für die rechtliche Absicherung zuständig ist.
Dabei ist die Rollenverteilung bei einem Immobilienkauf in den Niederlanden ähnlich wie bei einem Immobilienkauf in Deutschland. Mit einer wesentlichen Ausnahme.

2 Verträge?

Makler:
Der Makler tritt als Vermittler zwischen dem Käufer und dem Verkäufer auf. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den Verkaufsprozess zu erleichtern und die Interessen beider Parteien zu vertreten. Der Makler kümmert sich um die Suche nach potenziellen Käufern, führt Besichtigungen durch und unterstützt bei den Preisverhandlung.
Anders als in Deutschland bereitet der Makler den Kaufvertrag vor, der auch im Normalfall bereits bei dem Makler unterschrieben wird. (voorlopig koopcontract). Insofern ist die wörtliche Übersetzung (voorlopig koopcontract/Vorläufiger Kaufvertrag) nicht ganz den niederländischen Regeln entsprechend - denn bereits dieser Vertrag ist für Käufer und Verkäufer bindend und bildet die Grundlage für den endgültigen Kaufvertrag, der dann beim Notar abgeschlossen wird (akte van levering).

Notar:
Der Notar in den Niederlanden hat eine juristische Rolle und ist unabhängig von den jeweiligen Maklern. Der Notar ist für die rechtliche Gestaltung des Kaufvertrags verantwortlich und stellt sicher, dass der Vertrag den geltenden Gesetzen und Vorschriften entspricht (akte van levering). Er prüft die Identität der beteiligten Parteien, überprüft Eigentumsrechte, Grundbucheinträge, Dienstbarkeiten und andere relevante rechtliche Aspekte. Der Notar hat die Aufgabe, den Verkaufsprozess juristisch abzusichern und den Kaufvertrag zu beurkunden. Er sorgt auch für die Zahlungsabwicklung, einschließlich der Zahlung von Steuern und Gebühren.
Erst die Übertragung des Eigentums, die durch die Unterzeichnung der notariellen „Lieferungsakte“ (akte van levering) durch den Käufer und Verkäufer vollzogen wird ist Grundlage für die Registrierung im Kataster. 

Finanzieren deutsche Banken eine Ferienimmobilie?
Ja, einige deutsche Banken bieten Finanzierungsmöglichkeiten für Ferienimmobilien in den Niederlanden. Da die Konditionen und Voraussetzungen bei den Finanzierern sehr unterschiedlich sein können, ist es empfehlenswert, mit verschiedenen deutschen Banken Kontakt aufzunehmen und deren Angebote zu vergleichen. Fragen Sie nach den spezifischen Bedingungen für die Finanzierung von Ferienimmobilien im Ausland und welche Unterlagen Sie für den Antragsprozess bereitstellen müssen. Normalerweise setzten die Banken bei der Finanzierung von Ferienimmobilien einige wesentliche Faktoren voraus. Das sind vor allem Bonität, Lage und Qualität, Modernisierungsgrad des Objekt selbst, die finanziellen Verhältnisse des Kaufinteressenten und die geplante Nutzung der Immobilie (Eigennutzung, Vermietung).

Ja, auch niederländische Banken bieten oft Finanzierungsmöglichkeiten für Ferienimmobilien in den Niederlanden auch an deutsche Staatsangehörige. Ähnlich wie in Deutschland können die Bedingungen und Konditionen je nach Bank variieren.
Wenn Sie als deutscher Staatsangehöriger eine Ferienimmobilie in den Niederlanden kaufen und eine Finanzierung benötigen, können Sie sich an verschiedene niederländische Banken wenden, um deren Angebote zu vergleichen. Es ist natürlich ratsam, bereits ein Konto bei einer niederländischen Bank vorzuhalten. Dies hat übrigens auch für die spätere Bewirtschaftung Vorteile - z. B. bei dem Zugang zu günstigen Hausversicherungen!
Die meisten niederländischen Banken sind erfahren im Umgang mit internationalen Kunden und können Ihnen Informationen zu den verfügbaren Finanzierungsoptionen geben.
Die Anforderungen und Unterlagen für die Finanzierung einer Ferienimmobilie könnten ähnlich sein wie bei einer Immobilienfinanzierung in Deutschland – hierzu ist es ratsam, den Verkaufsmakler gleich mit in „die Pflicht“ zu nehmen. Die Banken werden üblicherweise Faktoren wie Ihre Bonität, das Objekt (Lage, Wert, Zustand), Ihre finanzielle Situation und Ihre Absichten mit der Immobilie (Eigennutzung, Vermietung) berücksichtigen.
Es ist ratsam, sich mit verschiedenen Banken in Verbindung zu setzen und deren Angebote zu vergleichen, um die besten Konditionen und Zinssätze zu erhalten. Einen ersten Vergleich der Hypothekenkonditionen in den Niederlanden können Sie über unten stehenden link durchführen. Berücksichtigen Sie bitte, dass einige Banken bei einer Hypothekenvergabe für eine Ferienimmobilie noch einen „Risikoaufschlag“ plus Nebenkosten wie Schätzung (Taxatie) der Immobilie und Bearbeitungskosten, erwarten.

NHG: Sollten Ihnen Immobilienberater den Tipp geben, dass Sie mit dem Abschluss einer "NHG" (Nationale Hypotheek Garantie), einen günstigeren Zinssatz erhalten können, ist Vorsicht geboten. Die „NHG“ ist zwar darauf ausgerichtet, Käufer von Immobilien - und auch die Banken - vor finanziellen Risiken zu schützen und hierdurch den Zugang zu günstigeren Hypothekenzinsen zu erleichtern.
Allerdings wird
1. für diesen Schutz eine Gebühr (Prozentsatz des Hypothekenbetrags) fällig, setzt aber
2. im Normalfall voraus, dass es sich bei dem Kaufobjekt u. a. nicht um eine Zweitwohnung oder Ferienwohnung handelt

Hypothekenzinsen für eine Ferienimmobilie können Sie bei online Banken oder auch bei den sogenannten Hausbanken vergleichen. Bei Banken können Sie die Zinsen für Hypotheken in den Niederlanden über deren Hypothekenrechner einem Schnellvergleich unterziehen.

1. Online-Vergleichsportale: Es gibt verschiedene Websites, auf denen Sie Hypothekenzinsen von verschiedenen niederländischen Banken vergleichen können. Einige der beliebtesten Vergleichsportale sind Independer.nl, Hypotheekrente.nl und Consumentenbond.nl. Diese Websites bieten Ihnen einen Überblick über die aktuellen Zinssätze und Konditionen der verschiedenen Hypothekenanbieter in den Niederlanden.

2. Hypothekenberater: Es kann auch hilfreich sein, sich von einem unabhängigen Hypothekenberater unterstützen zu lassen. Diese Berater haben oft Zugang zu einem breiteren Angebot an Hypothekenprodukten und können Ihnen dabei helfen, eine Hypothek zu finden, die Ihren individuellen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten entspricht.

3. Banken und Finanzinstitute: Sie können auch die Websites der großen Banken und Finanzinstitute zu Rate ziehen, um Informationen über deren aktuelle Hypothekenzinssätze zu erhalten. Die meisten Banken bieten Online-Rechner an. - Hier eine Auswahl:

1. Rabobank
2. IngDiba
3. ABN-AMRO 

Nachfolgend einige Tipps, die dazu beitragen können, Sie bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen:
1. Referenzen und Bewertungen:
Fragen Sie Freunde, Familie oder Kollegen nach Empfehlungen. Suchen Sie auch nach Online-Bewertungen und -Bewertungen von Maklern in Ihrer Umgebung.
2. Erfahrung:
Erkundigen Sie sich, wie viele Jahre Erfahrung der Makler hat, insbesondere in Ihrer spezifischen Nachbarschaft oder Region. Ein lokaler Makler hat oft besseres Marktwissen.
3. Zertifizierung und Lizenzen:
Überprüfen Sie, ob der Makler über die erforderlichen Zertifikate und Lizenzen verfügt. In den Niederlanden sind es verschiedene Branchenverbände wie die NVM, VBO und VastgoedPRO.
4. Verkaufserfolge:
Erkundigen Sie sich nach den jüngsten Verkaufserfolgen des Maklers. Wie viele Immobilien hat er/sie kürzlich verkauft, und wie ist das Verhältnis Angebotspreise zu tatsächlichen Verkaufspreisen?
5. Kommunikation:
Wählen Sie einen Makler, mit dem Sie gut kommunizieren können und der Ihnen eine klare Vorstellung zu Ihren Verkaufschancen gibt.
6. Gebühren und Bedingungen:
Vergleichen Sie die Courtage verschiedener Makler und lesen Sie auch die Vertragsbedingungen – insbesondere Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen - sorgfältig durch.
7. Marketingstrategie:
Fragen Sie den Makler nach seiner/ihrer Marketingstrategie für Ihre Immobilie. Welche Verkaufs-/ und Marketingkanäle wird der Makler verwenden, um Ihre Immobilie zu präsentieren?
8. Persönlicher Eindruck:
Verlassen Sie sich auch auf Ihr Bauchgefühl. Die Beziehung zu Ihrem Makler sollte auf Vertrauen basieren. Sie sollten das Gefühl haben, dass der Makler Ihre Interessen bestmöglich vertritt.
9. Unverbindliches Gespräch:
Kontaktieren Sie auch einen zweiten Makler, um die Strategien zu vergleichen
10. Transparenz:
Ein guter Makler ist transparent über den Verkaufsprozess, über die Kosten, die Verkaufsdauer und die zu erwartenden Ergebnisse.
Durch sorgfältige Recherche und Berücksichtigung dieser Punkte erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit einem Verkaufsmakler, der Ihren Bedürfnissen und Erwartungen entspricht. Es ist wichtig, keine überstürzte Entscheidung zu treffen; nehmen Sie sich Zeit, verschiedene Optionen zu prüfen und zu vergleichen. 

In den Niederlanden ist es möglich, ein Haus oder Wohnung ohne die Beteiligung eines Maklers zu verkaufen. Dies wird auch als „privater Verkauf“ bezeichnet. Nachfolgend einige Punkte, die Sie bei der Entscheidung „Verkauf ohne Makler“ berücksichtigen sollten:

1. Wertermittlung: Ermitteln Sie den Wert Ihres Hauses. Dies können Sie selbst tun, indem Sie vergleichbare Immobilien in Ihrer Umgebung vergleichen, Verkaufsportale im Internet besuchen oder einen Gutachter für eine professionelle Bewertung beauftragen.
2. Verkaufspreis festlegen: Auf Grundlage der Wertermittlung legen Sie einen Angebotspreis fest.
3. Vermarktung: Sie müssen selbst das Marketing für Ihr Haus übernehmen. Dies kann beispielsweise durch das Schalten von Anzeigen im Internet, in sozialen Medien und eventuell in lokalen Zeitungen erfolgen.
4. Bildmaterial: Machen Sie ansprechende Fotos von Ihrem Haus, um sie in Ihren Anzeigen zu verwenden. Möglichst bei schönem Wetter mit viel Licht fotografieren - umso mehr Bilder desto besser.
5. Besichtigungen organisieren: Als privater Verkäufer müssen Sie selbst die Besichtigungen mit potenziellen Käufern organisieren und begleiten.
6. Verhandlungen: Ohne Makler müssen Sie selbst die Verhandlungen mit potenziellen Käufern führen.
7. Transparenz: Vergessen Sie nicht, essentielle (auch negative Merkmale) des Objekts zu nennen.
8. Juristische und Vertragliche Angelegenheiten: Sie sind selbst für die juristischen Aspekte des Verkaufs verantwortlich. Dies beinhaltet das Aufsetzen eines Kaufvertrags. Es ist ratsam, hierbei einen Notar oder Rechtsberater hinzuzuziehen. Verhandlungen: Ein Makler ist erfahren in Verhandlungen und kann in der Regel einen besseren Verkaufspreis erzielen. Juristische Risiken: Beim Verkauf einer Immobilie sind viele rechtliche Aspekte zu beachten. Ohne professionelle Unterstützung kann es zu Fehlern in Verträgen kommen, die rechtliche Konsequenzen haben können.
9. Relevante Unterlagen: Ohne die Unterstützung eines erfahrenen Maklers kann es passieren, dass wichtige Unterlagen fehlen oder Fehler in den Verkaufsunterlagen auftreten, was den Verkauf verzögern oder gefährden kann.
10. Abwicklung beim Notar: Die Eigentumsübertragung findet bei einem Notar statt. Dieser wird die Übergabeurkunde und die Hypothekenurkunde erstellen.
Vorteile des Verkaufs ohne Makler können unter anderem die Ersparnis der Maklergebühren sein. Allerdings ist der Verkauf eines Hauses - gerade im Ausland - ein komplexer Prozess, der viel Zeit und Wissen erfordert. Ein Makler hat Erfahrung mit Verhandlungen und kennt die juristischen Fallstricke. Ohne Makler kann der Prozess daher riskanter sein und mehr Zeit in Anspruch nehmen. 

In den Niederlanden, ähnlich wie in vielen anderen Ländern, besteht beim Verkauf einer Immobilie eine Offenbarungspflicht (in Niederländisch: "mededelingsplicht") für den Verkäufer sowie eine Untersuchungspflicht ("onderzoeksplicht") für den Käufer. Die Offenbarungspflicht des Verkäufers bedeutet, dass er alle ihm bekannten Mängel und Besonderheiten der Immobilie dem Käufer mitteilen muss. Diese Pflicht soll einen fairen und transparenten Verkauf sicherstellen. Die genauen Inhalte der Offenbarungspflicht können variieren, aber sie umfassen in der Regel folgende Punkte:
1. Bauliche Mängel: Der Verkäufer muss den Käufer über alle ihm bekannten baulichen Mängel der Immobilie informieren, wie etwa Feuchtigkeit, Schimmelbildung, defekte Installationen oder Schäden an der Bausubstanz.
2. Rechtliche Belastungen: Zu den rechtlichen Belastungen, über die informiert werden muss, gehören Grundschulden, Hypotheken, Erbpacht, Dienstbarkeiten und andere Lasten, die auf der Immobilie liegen.
3. Bauliche Veränderungen: Der Verkäufer ist verpflichtet, den Käufer über alle baulichen Veränderungen zu informieren, insbesondere wenn diese ohne erforderliche Genehmigungen vorgenommen wurden.
4. Nutzungsbeschränkungen: Der Verkäufer muss den Käufer über Nutzungsbeschränkungen, wie etwa Denkmalschutz oder Bebauungspläne, informieren.
5. Unregelmäßigkeiten bei der Wohnfläche: Der Verkäufer muss den Käufer darüber informieren, falls die tatsächliche Wohnfläche der Immobilie von den im Vertrag angegebenen Daten abweicht.
6. Umweltbelastungen: Falls bekannt ist, dass das Grundstück oder das Haus umweltbelastet ist, beispielsweise durch Altlasten oder Schadstoffbelastungen ( z. B. Asbest), muss der Verkäufer den Käufer darüber informieren.
7. Sonstige relevante Informationen: Der Verkäufer muss alle weiteren Informationen offenlegen, die für die Kaufentscheidung des Käufers relevant sein könnten. Dies kann Informationen über die Energieeffizienz der Immobilie, Nachbarschaftsstreitigkeiten oder Lärmbelastungen umfassen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Offenbarungspflicht nur für dem Verkäufer bekannte und ihm erkennbare Mängel gilt. Verborgene Mängel, die dem Verkäufer tatsächlich nicht bekannt waren, fallen in der Regel nicht unter die Offenbarungspflicht.
Im Gegenzug hat der Käufer in den Niederlanden auch eine Untersuchungspflicht. Das bedeutet, dass er selbst aktiv werden und die Immobilie gründlich prüfen muss. Dies kann beispielsweise durch die Beauftragung eines Bausachverständigen erfolgen.
Bei Verletzung der Offenbarungspflicht durch den Verkäufer kann der Käufer unter bestimmten Umständen vom Kaufvertrag zurücktreten, den Kaufpreis mindern oder Schadenersatz fordern.
Da die rechtlichen Regelungen zur Offenbarungspflicht je nach Fall variieren können und auch Änderungen im Recht möglich sind, ist es ratsam, einen niederländischen Rechtsanwalt oder Notar zu konsultieren, um sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Pflichten erfüllt sind. 

Bei dem Kauf eines Ferienhauses in einem Ferienpark in den Niederlanden kann es durchaus verschiedene Kosten geben, die nicht sofort aus den präsentierten Renditeberechnungen hervorgehen. Nachfolgend einige Beispiele, die möglicherweise zusätzlich zu den genannten laufenden Kosten anfallen können.

1. Parkkosten oder Servicegebühren: Dies sind die Kosten, die Sie für die Instandhaltung und Nutzung der gemeinschaftlichen Einrichtungen im Park zahlen, wie Schwimmbäder, Spielplätze, Wege und Grünanlagen. Diese Kosten können je nach Park variieren und sind in der Regel jährlich fällig.
2. Grundstücksmiete: Wenn das Ferienhaus auf einem Grundstück steht, das nicht im Eigentum ist, sondern vom Ferienpark gemietet wird, müssen Sie möglicherweise eine jährliche Grundstücksmiete an den Betreiber des Parks zahlen.
3. Verwaltungs- und Vermietungskosten: Wenn Sie sich entscheiden, Ihr Ferienhaus über den Park zu vermieten, können Verwaltungs- und Vermietungskosten anfallen. Diese Kosten werden für das Marketing, die Verwaltung und die Instandhaltung der vermieteten Wohnungen verwendet.
4. Instandhaltungskosten: Obwohl einige Instandhaltungskosten durch die Servicegebühren abgedeckt sein können, können zusätzliche Kosten für die Instandhaltung oder Austausch von Einrichtungsgegenständen Ihres eigenen Hauses anfallen.
5. Versicherungen: Sind die Versicherungen nicht in den Parkkosten/Verwaltungskosten enthalten, müssen diese zusätzlich abgeschlossen werden.
6. Kommunale Steuern: Zusätzlich zu den Kosten des Ferienparks gibt es auch lokale kommunale Steuern (z. B. Grundsteuer oder das Finanzamt), die Sie zahlen müssen.
Tipp: Fragen Sie den Verkäufer oder die Verwaltung des Ferienparks um eine vollständige Übersicht über alle Kosten - oder sogar besser - nach einer bereits vorhandenen Jahresabrechnung, aus der Sie alle Kosten ersehen können, die mit dem Kauf und Besitz eines Ferienhauses in ihrem Park verbunden sind. Das schützt vor unangenehmen Überraschungen.

3 Tage Bedenkzeit bei dem Kaufvertragsabschluss
1. Frist von drei Tagen: Die Bedenkzeit ist gesetzlich auf drei Tage festgelegt und beginnt am Tag nach dem Tag, an dem die (schriftliche) Kaufvereinbarung dem Käufer ausgehändigt wird. Das bedeutet, dass der Käufer den unterzeichneten Vertrag physisch oder digital erhalten haben muss.
2. Wochenenden und Feiertage: Endet die Bedenkzeit an einem Samstag, Sonntag oder allgemein anerkannten Feiertag, wird sie bis zum Ende des nächsten Werktages verlängert. Die Bedenkzeit kann somit länger als drei Tage sein.
3. Rücktritt vom Kauf: Innerhalb der Bedenkzeit kann der Käufer die Kaufvereinbarung auflösen. Dies muss schriftlich erfolgen, beispielsweise per Brief oder E-Mail. Der Käufer muss keinen Grund für den Rücktritt angeben.
4. Keine Kosten: Wenn der Käufer innerhalb der Bedenkzeit vom Kaufvertrag zurücktritt, entstehen hierfür keine Kosten. Der Käufer muss also keine Strafe oder Entschädigung zahlen.
5. Einmaliges Recht: Die Bedenkzeit ist ein einmaliges Recht beim Kauf der gleichen Immobilie. Kauft der Käufer nach Inanspruchnahme der Bedenkzeit erneut dieselbe Immobilie, gilt die Bedenkzeit von drei Tagen nicht mehr.
6. Gegenseitige Vereinbarung: In einigen Fällen können Käufer und Verkäufer vereinbaren, die Bedenkzeit zu verlängern, verkürzen darf man sie jedoch nicht.
7. Schutz des Käufers: Die Bedenkzeit wurde gesetzlich eingeführt, um den Käufer zu schützen. Sie bietet dem Käufer die Möglichkeit, zum Beispiel fachkundigen Rat einzuholen, die Finanzierung zu überdenken oder einfach noch einmal gründlich über den Kauf nachzudenken, ohne den Druck einer endgültigen Verpflichtung.

Diese Bedenkzeit ist ein wichtiges Verbraucherrecht in den Niederlanden und soll dazu beitragen, Impulskäufe von Immobilien zu verhindern. Sie gibt dem Käufer die Zeit, die Entscheidung zum Kauf eines Hauses - eine der größten finanziellen Entscheidungen im Leben einer Person - wohlüberlegt zu treffen.
Achtung: Die Regelungen können sich ändern. Daher ist es stets ratsam, juristischen Rat von einem Fachmann, wie einem Notar oder Anwalt, einzuholen, um die aktuellsten und relevantesten Informationen zu erhalten. 

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